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Cattleday auf der Southend Ranch

Cattleday auf der Southend Ranch

Am 01.08.20 hieß es für mich früh aufstehen, das Pferd von der Weide holen, verladen, mit meiner Freundin treffen und hintereinander her auf in Richtung Cuxhaven, genauer gesagt nach Neuenkirchen, Süderende. Dank guter Wegbeschreibung fanden wir die wunderschöne Southend-Ranch am Ende einer Lindenallee. Wir wurden freundlichst von Hofhahn, ein paar nachts in den Bäumen schlafenden Hühnern und vom Hofherrn Olaf Bockstaller empfangen, der beim Parken und Ausladen behilflich war. Die Pferde konnten sich erstmal in geräumigen und hellen Boxen ausruhen, während wir mit Getränken versorgt wurden.

Der Tageskurs begann mit einer ganz und gar nicht trockenen Theorie. Stefanie Steidle erklärte mit Hilfe von unterschiedlichen Spielzeugrindern und -pferden sehr anschaulich, wie man Rinder am besten bewegt, wo ihr Balancepunkt zu finden ist und wie man verschiedenen Charakteren sowohl bei Rindern, als auch bei Pferden begegnen kann und sollte.
Nach der Theorie sattelte die gesamte Gruppe die insgesamt 5 Pferde und es ging auf den großzügigen Reitplatz. Die Teilnehmer hatten unterschiedliche Voraussetzungen, es waren blutige Anfänger, sowie fortgeschrittene Reiter und Pferde dabei. Stefanie führte das Training sehr individuell, geduldig und gelassen von ihrem bildschönen, super ausgebildeten Pferd aus. Sie war über Headset und den Boxen am Reitplatz von überall für alle verständlich, so dass man auch sehr gut durch das Zugucken und -hören lernen konnte, wenn man gerade nicht an der Reihe war.
Zunächst ritten wir die Pferde warm, währenddessen wurde die Rinderherde von der Weide geholt und ganz in Ruhe auf den Platz gelassen. Die Herde – bunt gemischt, jung und alt, Zebus/Brahmane, Angusrinder und sogar ein großes Hereford Rind – beeindruckten. Wir ritten als Gruppe um die Herde, sollten dann und wann mal durch die Herde reiten, alles entspannt und ohne Druck, um die Pferde erstmal dran zu gewöhnen.

Dann begann das Einzeltraining. Die gerade nicht aktiven Pferde und Reiter blieben je in einer Ecke des Reitplatzes, hatten lediglich die Aufgabe, verirrte Rinder zurück zu treiben und konnten durch das Zusehen eine Menge lernen.

Obwohl ich mit meiner Stute schon 2 Wochenendkurse mit Zebus erleben durfte, war sie hier nun doch aufgeregt und wollte der Herde erst nicht nahekommen. Stefanie erkannte schnell ihre Unsicherheit und half im richtigen Moment, indem sie dicht neben uns ritt, mir Anweisungen gab und durch die Anwesenheit eines anderen Pferdes meinem Pferd Sicherheit und Mut gab. So konnten wir nach kurzer Zeit alleine weitermachen, bzw. aus Distanz gecoacht werden.

Interessant war, dass das größte Rind, ein Hereford, das liebste und ruhigste der Herde und bestens für Anfänger geeignet war. So kann der Anblick manchmal täuschen!
Nach etwa zwei Stunden war es Zeit für eine Mittagspause. Olaf hatte in der Zwischenzeit gekocht und wir konnten im gemütlichen Saloon lecker zusammen essen und uns in Ruhe austauschen, während auch die Pferde ihre wohlverdiente Pause in den Boxen genossen.

Im Anschluss ging es in 2 Kleingruppen weiter. Das am Vormittag gelernte konnte intensiver geübt und angewendet werden. Was mir ganz besonders gut gefiel war, wie Stefanie mir mit ihrem wendigen Pferd konkret demonstrierte, wie ich ein Rind aus der Herde trennen und in eine Richtung bewegen kann, indem sie die Rolle des Rindes übernahmen. So konnte sie direkt und anschaulich die Theorie des Morgens wiederholen und schnell greifbare Anweisungen geben, die ich unmittelbar anwenden konnte.

Nach dem Training in unserer Kleingruppe konnten wir noch den anderen zusehen, fachsimpeln und ein Stück Kuchen und Kaffee genießen, bevor es dann wieder nach Hause ging.

Es war ein sehr gelungener Cattleday und ich werde ganz sicher nochmal wiederkommen! Vielen Dank dafür!

Frauke

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